Für die Reichen ist das aktuelle Umfeld an den internationalen Finanzmärkten hoch riskant. Die Gefahr, mit falschen Veranlagungen viel Geld zu verlieren, ist hoch. Niemand weiß, wohin der Euro mittelfristig tendiert. Auch der Ölpreis ist unsicher wie kaum jemals zuvor. Und die zögerliche wirtschaftliche Erholung der Eurozone steht angesichts der politischen Krisen ringsum auf tönernen Beinen.

"Flucht in die Sicherheit", lautet das Motto der Vermögenden. Genau das kann die Schweiz bieten. Und ganz besonders die Zürcher Kantonalbank Österreich AG. "Wir sind die sicherste Bank der Welt", werben Christian Nemeth und Hermann Wonnebauer, Vorständer der ZKB in Österreich, um die Kunden. Die Bank, die dem Kanton Zürich gehört, hat von allen drei großen Ratingagenturen - Moody's, S&P und Fitch - die Bestnote AAA bekommen. "Das ist wichtig in diesen Zeiten", betont Nemeth.

Die Reichen sehen das offenbar auch so. Denn die ZKB konnte das verwaltete Vermögen in den vergangen Jahren um jeweils 15 bis 20 Prozent steigern. Derzeit hält sie in Österreich bei 1,3 Milliarden Euro an Kundengeldern, 2020 soll die Zwei-Milliarden-Euro-Grenze übersprungen werden.

Die betuchten Anleger kaufen sogar Schweizer Franken-Anleihen, erklären die Bank-Chefs. "Dabei sind die Renditen dieser Anleihen bis zu einer Laufzeit von zehn Jahren negativ. Aber die Kunden kaufen damit Sicherheit", ist Nemeth überzeugt.

Mit der Sicherheit der Schweizer Mutter im Hintergrund konnte sich die ZKB am heimischen Private-Banking-Markt auch durchsetzen. Die Konkurrenten sind vor allem die österreichischen Großbanken, die ebenfalls um die betuchte Kundschaft buhlen.

Gebühren zu niedrig

Diese sei auch bereit für gute Beratung zu zahlen. Die Gebühren seien in Österreich und Deutschland unter dem Durchschnitt, sie bewegten sich allerdings langsam nach oben. "Es gibt nicht mehr alles gratis. Aber die Banken müssen den Kunden erklären, welche Leistungen sie ihnen anbieten", betonen die beiden ZKB-Österreich Chefs.

Die ZKB etwa beschäftige 220 Analysten in der Schweiz. Das sei eine starke Quelle, aus denen die Berater schöpfen könnten.

An den Börsen versuchen Nemeth und Wonnebauer trotz der Verluste seit Jahresbeginn eher Positives zu finden. "Es ist Angst im Markt, die weniger durch fundamentale Fakten begründet ist", sagt Nemeth. Er sieht vor allem europäische Aktien positiv, wobei er den Schwerpunkt auf Konsum, Pharma und Technologie legt. Grundsätzlich rät er zu Fonds, weil sie bereiter diversifizieren. "Wir wollen langfristig stabile Erträge für die Kunden", betont Nemeth. -I. KISCHKO